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18.06.2018 00:29:56


Projekt Ausbau Kläranlage Birmensdorf



Die Kläranlage (ARA) Birmensdorf wurde am 2. Juli 1973 in Betrieb genommen und reinigt seither die Abwässer aus den angeschlossenen Verbandsgemeinden Aesch, Birmensdorf, Bonstetten, Stallikon, Uitikon und Wettswil. Ebenfalls gereinigt wird ein Teil des Abwassers der Gemeinde Auegst (Dorfteil Aeugstertal). In den Jahren 1987 bis 1991 wurde die Kläranlage umfassend erweitert und auf den aktuellen Stand gebracht. Mitte der Neunzigerjahre machten sich Engpässe in der Schlammbehandlung und Betriebsprobleme bei der Belüftungsanlage bemerkbar. Dies löste ein Ergänzungsprojekt aus, welches primär die Erweiterung der Schlammaufbereitung für eine flexible und kostengünstige landwirtschaftliche Verwertung und Behebung der anstehenden betrieblichen Probleme umfasste. Die Ausführung der Massnahmen erfolgte in den Jahren 1999 bis 2001. Aufgrund des im Jahre 2003 erlassenen Verbotes für die Ausbringung des Klärschlamms in die Landwirtschaft, musste die Anlage in den Jahren 2005/2006 angepasst werden.

Seit dem Jahr 2007 ist die heutige Anlage unverändert in Betrieb. Das Ausbauziel für den Planungshorizont 2015 beträgt 26'700 Einwohner (EW). Im Leistungsnachweis der Firma Hunziker Betatech AG vom 31. März 2010 wurden die verschiedenen Anlageteile überprüft und vorhandene Leistungsreserven ausgewiesen. Die ARA Birmensdorf weist noch immer eine sehr gute Reinigungsleistung und einen stabilen Betrieb auf.

Die Bevölkerung im Einzugsgebiet der ARA hat während den letzten Jahren stärker zugenommen als prognostiziert, was sich auch in der Zulaufbelastung widerspiegelt. Die biologische Reinigung verfügt über Reserven von ca. 5 %, die Schlammbehandlung über 20 % und erreicht eine gute Ausfaulung mit hoher Gasproduktion. Die Gasanlagen verfügen ebenfalls über ausreichende Reserven. Das Blockheizkraftwerk wurde im Herbst 2012 ersetzt und der höheren Belastung angepasst.Das ausgearbeitete Vorprojekt der Hunziker Betatech AG vom 19. August 2011 zeigt die in Zukunft anstehenden Massnahmen, kombiniert mit den Werterhaltungsmassnahmen und dem Raumbedarf für die Betriebsräume, gesamtheitlich auf. Daraus resultiert eine Gesamtstrategie mit einem Investitions- und Terminprogramm für eine etappierte Umsetzung. Das Ausbauziel wurde für das Jahr 2035 auf 33'000 EW festgelegt. Der gesamte Zulaufbereich bis zum Zulauf zu den Vorklärbecken wird an neuer Stelle neu gebaut. Dazu gehören die mechanische Reinigung mit Rechen- und Sandfanganlage inkl. Zulaufhebewerk, das Regenbecken und das Trennbauwerk für die Regenentlastung. Um die biologische Reinigungsleistung im Ausbauziel zu erreichen, werden grössere Beckenvolumen benötigt. Dazu werden die Vorklär- und Belüftungsbecken erhöht. Auch die bestehenden Nachklärbecken bieten zukünftig nicht mehr genügend Kapazität zur Abscheidung des Belebtschlamms. Zudem werden Teile der bestehenden Becken umgenutzt. Deshalb werden auf den bestehenden Landreserven zwei zusätzliche Nachklärbecken erstellt.

Die Schlammbehandlung, welche zuletzt in den Jahren 2005 bis 2006 ergänzt wurde, bleibt grösstenteils unverändert. Eine Ausnahme bildet die neue Überschussschlamm-Entwässerung, welche im bestehenden Pasteurisierungs-Gebäude aufgestellt wird. Für eine zukünftige weitergehende Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen wird im Projekt der Platzbedarf ausgeschieden. Eine detaillierte Projektierung dieser Reinigungsstufe mit Folgekosten ist nicht Teil dieses Bauprojektes und erfolgt sobald die Gesetzgebung, ca. im Jahr 2015, in Kraft tritt. Das Betriebsgebäude wird komplett neu gebaut. Das Gebäude wird damit auf den Stand der Technik gebracht und die Anforderungen an den Betrieb können abgedeckt werden. Die Elektro- und Haustechnik wird zu einem Grossteil ersetzt und dem heutigen Stand der Technik angepasst.Im Bauprojekt vom 23. August 2012 wurden die Massnahmen zur notwendigen Leistungssteigerung und Werterhaltung der Anlage detailliert aufgezeigt und ein verbindlicher Kostenvoranschlag erstellt. Die gesamte Bauzeit beträgt rund fünf Jahre (ohne weitergehende Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen, Etappe 4) und kann in drei Etappen realisiert werden. Die Baukosten mit einer Kostenschätzungsgenauigkeit +/-10 % wurden vom beauftragten Ingenieurbüro Hunziker Betatech AG auf Fr. 25.6 Mio. veranschlagt.

Ausbauetappen
Nicht alle auf der ARA anstehenden Werterhaltungsmassnahmen und Optimierungspotentiale wei­sen dieselbe Dringlichkeit auf. Zudem muss der Bauablauf etappiert werden, da die Abwasserreini­gung während sämtlichen Bauphasen gewährleistet sein muss. Der Ausbau wird in verschiedene Module (Etappen) unterteilt und die entsprechenden Investitionskosten pro Etappe separat ausge­wiesen. Dies ermöglicht, die Investitionskosten über mehrere Jahre zu verteilen (Finanzplanung).
Der Ausbau wird in die folgenden Etappen in Reihenfolge ihrer Dringlichkeit unterteilt:
  • Etappe 1: Mechanische Reinigung, Regenbecken, Nachklärbecken
  • Etappe 2: Betriebsgebäude inkl. Anschluss an bestehendes Untergeschoss (UG)
  • Etappe 3: Biologische Reinigung und Vorklärbecken
  • Etappe 4: Weitergehende Reinigung (Elimination Mikroverunreinigungen, nicht Bestandteil des Kreditbetrags)


Etappe 1
Der dringendste Handlungsbedarf auf der ARA besteht bei der mechanischen Reinigung und beim Regenbecken. Die Rechenanlage hat ihre Lebenserwartung erreicht und muss baldmöglichst ersetzt werden. Aufgrund der gewählten Anlagendisposition müssen die neuen Nachklärbecken gebaut werden, bevor die bestehenden Nachklärbecken angepasst und damit die neuen Rechen- und Sandfanganlagen erstellt werden können. Im Zuge des Neubaus der Nachklärbecken werden auch das neue Regenbecken und der Werkleitungsgang zwischen Biologie und Nachklärung gebaut. Die Gebläsestation wird vom heutigen Standort im UG neben dem Pasteurisierungs-Gebäude in den neuen Werkleitungsgang neben die Belüftungsbecken versetzt. Parallel dazu wird der neue Zulaufkanal und das Trennbauwerk erstellt. In dieser Zeit bleiben die bestehende mechanische Reinigung und die bi­ologische Reinigungsstufe unverändert in Betrieb.

Etappe 2
Nach der Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen mechanischen Reinigung inkl. Regenbecken und der Nachklärbecken können der heutige Sandfang, das Sandwäschergebäude und die Zulaufkanäle zu den Vorklärbecken abgebrochen werden. Im frei werdenden Bereich wird das neue Betriebsgebäude erstellt. In dieser Zeit bleibt das heutige Betriebsgebäude in Betrieb. Nach Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes kann das alte Betriebsgebäude und das Regenbecken abgebrochen werden. Damit kann der Platz vor der Schlamm-Muldenhalle und damit der Manövrierplatz vergrössert wer­den.

Etappe 3
Zur Steigerung der biologischen Reinigungskapazität wird der ganze Beckenblock bestehend aus Vorklär- und Belüftungsbecken um einen Meter erhöht. Dabei werden auch der Frischschlammschacht und der Zulaufbereich zu den Vorklärbecken angepasst. Die Beckenerhöhung erfolgt Strassenweise, d.h. dass jeweils eine Abwasserstrasse in Betrieb bleibt, während die andere umgebaut wird. Zur Verminderung der Frischschlammmenge und zur Entlastung des Vorklärbeckens wird im Erdgeschoss (EG) des Pasteurisierungs-Gebäudes eine Überschussschlamm-Entwässerung (inkl. Vorlagebehälter) erstellt. Diese wird zweckmässigerweise vor der Aufstockung des Beckenblocks realisiert, da während der Aufstockung nur ein Vorklärbecken mit entsprechend geringerer Schlammabscheidekapazität in Betrieb ist. Der Zeitpunkt für die Ausführung der Etappe 3 ist abhängig von der Belastungszunahme und dem Erreichen der Kapazitätsgrenze der biologischen Stufe.

Etappe 4 (nicht im Kredit enthalten)
Die Rahmenbedingungen zur Erstellung einer weitergehenden Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen sind zurzeit noch Gegenstand politischer Abklärungen. In diesem Bauprojekt wird lediglich der Platzbedarf für eine weitergehende Reinigungsstufe ausgeschieden. Die Planung der Ausführungen ist nicht Projektbestandteil und erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Urnenabstimmung
Am 3. März 2013 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der sechs Verbandsgemeinden dem Projekt zugestimmt.

Spatenstich vom 25. Februar 2014
Am 25. Februar 2014 fand der Spatenstich für den Ausbau der Kläranlage statt.